Beim traditionsreichen Post SV Wien wurde gestern ein neuer Vorstand gewählt. Clemens Rarrel und Florian Heiler übernehmen von Langzeit-Obmann Felix Weigel die Vereinsführung. Der Verein mit 5.000 Sportler:innen steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte und bangt um sein Fortbestehen am Postsportplatz in Wien-Hernals.
Künftig übernimmt Clemens Rarrel, bisher Geschäftsführer des Vereins, zusätzlich die Agenden des Obmanns. Florian Heiler, Mitbegründer der Initiative „Rettet den POST SV“, wechselt in den Vorstand, um den Verein in der aktuellen Krisensituation bestmöglich zu unterstützen.
Der POST SV steht derzeit massiv unter Druck: Die Österreichische Post AG als Eigentümerin des Areals will den Betrieb der bisherigen gemeinnützigen Sportstätte EU-weit ausschreiben. Damit droht dem Sportverein am größten zusammenhängenden Sportareal Österreichs nach fast 100 Jahren Vereinsgeschichte das Aus in seiner bisherigen Form. Betroffen wären rund 5.000 Sportler:innen, darunter etwa 2.000 Kinder und Jugendliche in 15 Sektionen (Fußball, Tennis, Landhockey, Basketball, Handball, (Beach-)Volleyball, Minigolf uvm.).
„Der POST SV kämpft mit aller Kraft dafür, am Postsportplatz bleiben zu können. Wir glauben fest daran, dass gemeinsam mit der Post AG und der Stadt Wien eine tragfähige Win-Win-Lösung möglich ist“, betont der neue Vorstand.
Der Verein hat dafür bereits mit Expert:innen und der Initiative „Rettet den POST SV“ ein Zukunftskonzept erarbeitet und setzt auf konstruktive Gespräche mit Entscheidungsträger:innen der POST AG, der Stadt Wien und auch auf Bundesebene. Ziel ist es, den Verbleib des gemeinnützigen POST SV am Hernalser Postsportplatz abzusichern und langfristig leistbare, vielfältige und gut erreichbare Breiten-, Nachwuchs- und Spitzensportmöglichkeiten im Westen Wiens zu sichern.
Das ist der neue Vorstand des POST SV
Der neu gewählte ehrenamtliche Vorstand vereint langjährige Vereinskenntnis mit frischen Perspektiven aus unterschiedlichen Sektionen und beruflichen Backgrounds:
- Clemens Rarrel übernimmt zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Geschäftsführer die Obmanns-Agenden.
- Florian Heiler wechselt aus der Initiative „Rettet den POST SV“ in den Vorstand und bringt insbesondere Erfahrungen aus der Wirtschaft und Public Affairs ein.
- Lorenz Feierfeil (Tennis): Schriftführer
- Florian Sonntag (Handball): Kassier
- Andreas Schöffl (Beachvolleyball) und Christian Schüchner (Basketball): Beiräte
- Josef Putz (Fußball) und Christian Pilz (Basketball): Rechnungsprüfer
- Felix Weigel wurde von der Generalversammlung für seine Verdienste zum Präsidenten mit repräsentativer Funktion gewählt.
Größte Herausforderung für POST SV seit 1919
Der POST SV zählt mit seinen 15 Sektionen und rund 5.000 Mitgliedern zu den größten und traditionsreichsten Sportvereinen Wiens. 1919 als Betriebssportverein gegründet, ist er seit den 1930er-Jahren am Postsportplatz in Wien-Hernals beheimatet. Das Areal gilt als größte zusammenhängende Sportanlage Österreichs und steht noch heute zu 52 % im Eigentum der Republik Österreich.
Immer wieder feiert der Verein sportliche Erfolge wie z. B. Staatsmeistertitel im Damen-Volleyball, im Herren-Hallenhockey oder im Jugendsport wie aktuell im Basketball der weiblichen U19 uvm. In den letzten 20 Jahren hat der Verein - im Gegensatz zur Grundstückseigentümerin - rund 2,5 Mio. Euro in die Sportinfrastruktur investiert. Als gemeinnütziger Betreiber des Postsportplatzes erfüllt er zudem wichtige soziale Aufgaben für die Gesellschaft (Kinder- und Jugendförderung, Gesundheitsprävention, Integration).
Rettet den POST SV
Die teilprivatisierte POST AG plant eine Teilverbauung und -kommerzialisierung der 15 ha großen Sportstätte plant. Mit einer (nicht zwingenden) und für Juni 2026 angekündigten EU-weiten Ausschreibung für die Verpachtung der gemeinnützigen Sportflächen will sie einen neuen Betreiber finden. Der Verein, zahlreiche Eltern, Mitglieder und Unterstützer:innen kämpfen derzeit im Rahmen der Initiative „Rettet den POST SV“ für den Erhalt des POST SV am Postsportplatz. Die laufende Petition haben bereits mehr als 22.000 Unterstützer:innen unterzeichnet.
Weitere Informationen unter www.postsv-wien.at bzw. auf www.rettet-den-postsv.at