Mehr als 2,5 Millionen Euro wurden in das Areal investiert

Wien., 1.4.2026. Der POST SV blickt auf 26 Jahre unter Obmann Felix Weigel zurück, in denen rund 2,5 Millionen Euro in den Postsportplatz investiert wurden – nun übergibt der langjährige ehrenamtliche Vereinschef die Führung an eine neue Generation. Die Zukunft des POST SV am Postsportareal bleibt trotzdem ungewiss.
Vom Betriebssportverein zum offenen Mitgliederverein
Als Weigel den Postsportverein im Jahr 2000 als Obmann übernahm, befand sich der Verein in einer schwierigen und finanziell angespannten Lage. Die Trennung von Post und Telekom im Jahr 1999 markierte einen Wendepunkt: Die Republik Österreich übertrug das rund 15 Hektar große Areal an die Post, später Post AG. Die Republik hält aber nach wie vor 52 % der Österreichischen Post AG über die ÖBAG. Damit änderte sich auch das Interesse der Post AG als Eigentümerin und damit das Verhältnis zum POST SV grundlegend. Der gemeinnützige Verein zählt mit seinen rund 5.000 Mitgliedern (davon ca. 1.800 Kinder und Jugendliche) zu einem der größten Amateursportvereine Österreichs. „Aus einem klassischen Betriebssportverein entwickelte sich nun ein offener Mitgliederverein. Heute kommen unsere Mitglieder aus ganz Wien, insbesondere aus den westlichen Bezirken, aus über 40 Nationen und allen sozialen Schichten. Trotzdem wurde die Marke ‚POST SV‘ von uns weiter hochgehalten.“
2,5 Millionen Euro in die Sportinfrastruktur investiert
In den vergangenen 20 Jahren investierte der POST SV als Pächter rund 2,5 Millionen Euro in die Anlage – exklusive laufender Personal-, Betriebs- und Instandhaltungskosten von rund 1,4 Millionen Euro pro Jahr.
Dazu zählen unter anderem:
- Erneuerung der Kunstrasenplätze für Fußball und Hockey (1,2 Mio. Euro)
- Umstellung auf LED-Beleuchtung (180.000 Euro)
- Sanierung von Heizungsanlagen und Wasserleitungen (212.000 Euro)
- Dachsanierungen der beiden Trainingshallen (35.000 Euro)
- Errichtung und Modernisierung der Beachvolleyballanlage mit vier Plätzen (60.000 Euro)
„Wir haben den Postsportplatz - eines der größten und vielfältigsten Sportareale Österreichs, stets nach unseren Möglichkeiten erhalten“, so Weigel.
Kritisch sieht er die Rolle der Eigentümerin:
„Die Post AG hat in all den Jahren nichts in unsere Sportinfrastruktur investiert.“
Auch von politischer Seite wünscht sich der Obmann mehr Unterstützung:
„Das Sportstättenschutzgesetz schützt zwar Flächen, aber nicht die Menschen, die darauf Sport betreiben. Was fehlt, ist ein echter Schutz für gemeinnützige Strukturen.“
Wegbereiter für sportlichen Erfolg
Die Rahmenbedingungen für den sportlichen Erfolg in vielen Sektionen wurden durch die Umsicht der Vereinsführung und das Engagement der vielen ehrenamtlichen Funktionäre sukzessive verbessert und waren der Nährboden für vielfältige Titel auf nationaler und internationaler Ebene. Einerseits holten die Volleyball-Damen serienweise Staatsmeistertitel, auch die Basketball-Damen bestimmten jahrelang die nationale Meisterschaft. Zusätzlich sorgten die Hockeymänner für mehrere Staatsmeistertitel im Hallenhockey.
Die Pläne für den Postsportplatz
Nunmehr steht der Verein vor einer ungewissen Zukunft, da die Österreichische Post AG als Eigentümerin den Pachtvertrag für den Postsportplatz in Wien-Hernals mit Ende 2027 nicht verlängert. Weigel sieht auch der EU-weiten Ausschreibung, die die Post AG im Juni 2026 durchführen will, mit großer Sorge entgegen: „Wir wissen nicht, ob die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass ein gemeinnütziger Verein, wie der POST SV, überhaupt eine Chance auf Bewerbung hat, wo sollen wir dann mit unseren unzähligen und erfolgreichen Sporttreibenden hin?“
Generationswechsel im Verein
Nach 26 Jahren an der Spitze zieht sich der 79-jährige Felix Weigel mit seinen Vorstandskollegen Friedrich Werber und Wolfgang Hanel nun aus dem Vorstand und ihren ehrenamtlichen Funktionen zurück. Sie übergeben den Ball an eine jüngere Generation. Die neue Vereinsführung soll zeitnah in einer Generalversammlung gewählt und danach der Öffentlichkeit präsentiert werden.
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